Kriseninterventionstagung 2019 (Bericht)

KIT-Tagung Innsbruck 2019<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>cns-cas.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>2</div><div class='bid' style='display:none;'>489</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>

Am 27. und 28. Sept. 2019 fand die 18. internationale Kriseninterventionstagung in Innsbruck (Österreich) statt. Rund 600 Teilnehmenden werden zugegen sein (die Tagung war frühzeitig ausgebucht). Sie gehört damit zu den grössten im deutschsprachigen Raum, die sich mit psychosozialer Krisenintervention und dem Einsatz von Notfallpsychologen, Notfallseelsorgern und Care Teams beschäftigt. Aus dem Vorstand von CNS/CAS waren Pierre-André Kuchen und Paul Bühler dabei. Von Letzterem ist ein persönlicher Bericht mit einigen Fotos beigegeben.
Beat Weber,
Zu Thematik und Inhalt der Tagung:
• Die Innsbrucker Tagung 2019 widmete sich dem Thema: Ethik in der Krisenintervention. Es sind rund 40 Themen und Referenten, die in in diesen 1 ½ Tagen vortragen (es finden jeweils 5 Vorträge parallel statt).
• Die Themen reichten (in Auswahl) von: „Die grösste Macht der Gewalt ist die erzeugte Hilflosigkeit“ (B. Beck) über „Ethik in der Krisenintervention – Selbstverständlich?“ (R. Boos), „Nächstenliebe vs. Helfersyndrom. Wie weit darf unser Tun im Hinblick auf unsere Grenzen gehen?“ (R. Deissenböck) und „Wer bestimmt in der Krisenintervention? AkuthelferInnen und ihre Entscheidungs-Macht“ (T. Deutenhauser) bis hin zu „Suizidfaktoren. Risiken und Chancen“ (D. Kratzer) und „Das Emmaus-Prinzip als christliche-ethische Handlungsempfehlung für Notfallseelsorge und Krisenintervention“.
• Eine Liste mit allen Themen und einer Kurzbeschreibung der vermittelten Inhalte (Abstracts) findet sich zum Herunterladen (pdf) im Anhang.

Persönlicher Bericht zur Tagung:
37 Referent*innen haben uns unterschiedliche Aspekte ethischen Handelns in der Krisenintervention und des Peer Supports nähergebracht und uns zu entsprechenden Diskussionen angeregt. Daneben gab es genug Raum zum Austausch und zur Vernetzung mit den Engagierten aus den verschiedensten Berufsgattungen. Insgesamt haben ca. 600 Personen, etliche davon aus der Schweiz an der Tagung teilgenommen.
Was bedeutet Ethik? Um diese Frage kreisten die Vorträge. Häufig fielen dabei Stichworte zum Fundament ethischen Handelns: Menschlichkeit, Respekt, Einfühlungsvermögen, Empathie, Verantwortung, richtiger Umgang mit Grenzen, Wahrung der Integrität, Neutralität, Unparteilichkeit, Hilfen zu eigenen Entscheidungen darlegen usw. Ethik ist die Haltung, die dem guten Handeln und Tun zugrunde liegt. Unsere Werte, unsere Persönlichkeit und unser Wissen und Können beeinflussen unser Handeln. Dies wird gestützt durch Konventionen, auf die Menschen sich einigen. In der Krisenintervention geben uns die Leitbilder und die Betriebskultur unserer Organisation einen entsprechenden Rahmen (siehe Grafik von Ulrike Buckwitz).
Diese Prinzipien ethischen Handeln wurden beispielshaft in den verschiedenen Referaten nachvollziehbar dargestellt. So wurde unter anderem der Umgang mit Tod, mit Suizid, mit Grenzsituationen der Krisenintervention, Peer-Betreuung, Begleitung von Kindern, Interventionen im interkulturellen und interreligiösen Raum thematisiert.
Aus theologischer Sicht sei das Referat von Dieter Schwarz hervorgehoben: „Das Emmaus-Prinzip als christlich-ethische Handlungsempfehlung für Notfallseelsorge und Krisenintervention“. Dabei entnahm der Salzburger Klinikseelsorger dem biblischen Bericht aus dem Lukas-Evangelium (Kapitel 24, Verse 13–35) Empfehlungen für unser Handeln in der Psychosozialen Notversorgung: Jesus geht einfühlsam auf die Situation der beiden trauernden Jünger ein, stellt sich „dumm“, indem er sie erzählen lässt, und gibt ihnen Hinweise, die ihren Horizont erweitert. Emmaus wird so zum sicheren Etappenort, aus dem sie verwandelt zur Jüngerschar in Jerusalem – quasi ihrer Selbsthilfegruppe – zurückkehren.
In den Referaten und in den Begegnungen wurde spürbar, dass Krisenintervention nur im Bewusstsein des gemeinsamen Zusammenwirkens von Psychologen, Seelsorgenden, Care Givers und Einsatzkräften (Polizei, Rettungsdiensten, Feuerwehr usw) zielführend ist.
Wir danken aus der Schweiz den Organisatoren und ReferentInnen ganz herzlich für diese fruchtbare Tagung. Die von den Vortragenden zur Verfügung gestellten Unterlagen werden bald über die » Tagungshomepage zum Herunterladen bereitgestellt sein.
Paul Bühler, Präsident CNS/CAS

Künftige Tagungen:
• Die 19. internationale » Krisentagung in Innsbruck findet am 25. + 26. Sept. 2020 statt.
• Weitere Hinweise zu Veranstaltungen und Tagungen finden sich in unserem Bericht » Aus- und Weiterbildungen sowie in unserer » Agenda.
Beachten Sie, dass viele der grösseren Tagungen frühzeitig ausgebucht sind bzw. sein können, und melden Sie sich entsprechend frühzeitig an.

Wir freuen uns auf den ersten Beitrag.
Bereitgestellt: 25.09.2019     Besuche: 137 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch