Corona & Care – Plattform für Info & Austausch

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Hier finden sich Informationen und Anregungen, die sich durch das Coronavirus für die Dienste von Care Teams und der Notfallseelsorge (CNS) ergibt. Beigegeben sind Hinweise auf aktuelle und bevorstehende Herausforderungen und Umgangsweisen, die uns als CNS betreffen. Vieles ist im Fluss, niemand weiss alles, aber viele wissen einiges und haben Erfahrungen gemacht oder Vorbereitungen getroffen – darum: Hilfreiche Hinweise, Anregungen oder Massnahmen, wie einzelne Teams vorgehen, werden gerne entgegen genommen und weitergegeben. Teilen statt hamstern ist ein Gebot der Stunde. Die Seite soll regelmässig aktualisiert werden.
Beat Weber,
Grundsätzliches:
Bei Notfalleinsätzen gilt die Regel: Rettung an Leib und Leben vor der Betreuung „innerer“ Gefährdungen! Bei der Pandemie „Coronavirus“ ist man v.a. mit medizinischen Massnahmen (Versorgung der Infizierten) und der Prophylaxe (Schutzmassnahmen zur Verhinderung und Eindämmung von Ansteckungen) beschäftigt. Mögliche psycho-soziale Beeinträchtigungen sind derzeit noch im Hintergrund. Hält die Bedrohungslage an und werden die einschneidenden Massnahmen (Distanzierungen etc.) noch verschärft, ist verstärkt mit Notfällen zu rechnen, die uns als Care/Notfallseelsorge-Aufgaben betreffen. Obwohl Länge und Verlauf der Dinge ungewiss ist, heisst dies nicht, dass nicht proaktiv Szenarien durchgespielt und Vorbereitungen getroffen werden. Die folgenden Hinweise und Anregungen wollen zum Nach- und Weiterdenken sowie allenfalls zum Vorbereiten von Massnahmen anregen.
Beat Weber, Geschäftsführer & Webkoordinator CNS.


Aktuelle Situation und bevorstehende oder mögliche Szenarien:
Verlagerung des Lebens: Das Leben verschiebt sich von der Öffentlichkeit in den Privatbereich. Der öffentliche Raum ist viel stärker allgemein wahrnehmbar und kontrolliert als der private. Mit anderen Worten: Notlagen in den vier Wänden werden weniger oder (zu) spät wahrgenommen.
Veränderung der Notfälle: Wechselt das Leben weithin vom „Draussen“ zum „Drinnen“ hat das auch Folgen für die Care Team-Einsätze: Angesichts weniger „Betriebsamkeiten“ ist mit einer Abnahme herkömmlicher Einsätze zu rechnen. Umgekehrt dürften Notälle „daheim“ zunehmen und sich auch ändern, was als Notfall gilt.
Risikogruppen und Problemkonstellationen: Alte, kranke und behinderte Menschen gehören zu den besonders Gefährdeten. Menschen ohne soziale Einbettung und psychische Stabilität sind nochmals anders gefährdet, insbesondere wenn der Bedrohungs- und Isolierungszustand länger anhält. Zu dieser Risikogruppe gehören: Einsame, Isolierte (Selbst- oder Fremdisolation), Menschen in heftigen sozialen Konflikten, labile Menschen, Menschen mit Angstzuständen oder einer Depression. Mit einer erhöhten Suizidalität muss gerechnet werden. Gegenläufig dazu ist es allerdings auch möglich, dass schwierige Situationen Kräfte freisetzen.

Mögliche Vorgehensweisen und Szenarien für Care Teams | Notfallseelsorge:
Ausrüstung/Selbstschutz: Insbesondere für Einsätze bei Infizierten oder stark Gefährdeten (Zuhause, Heime, Spitäler, Quarantenegebieten) müssen notwendige Vorsichtsmassnahmen und Materialien (Schutzmasken und -bekleidung etc.) bereitgestellt und die in den Einsatz Gehenden geschult werden. Vgl. auch die angehängten „Empfehlungen“ (pdf) unseres Präsidenten.
Anpassung Notfall/Dispositive: Angesichts der Pandemie ist mit Geschehnissen und Einsätzen zu rechnen, die bisher kaum „auf dem Radar“ waren. Gefährdungspotentiale müssen frühzeitig erkannt, eingeschätzt und entsprechende Einsatzdispositionen erstellt werden (inkl. Zurüstung/Schulung).
Zusammenarbeit: Kontakte und wechselseitige Information mit den Führungsstäben siind wesentlich. Idealerweise ist dort jemand aus dem Care-Bereich dabei, der diesen Wahrnehmungsbereich einbringt. Angesichts komplexer, teils herausfordernder Situationen besteht die Gefahr, dass „psychische Notfälle“ zu gering veranschlagt werden. Ähnlich ist die Zusammenarbeit mit den Blaulicht-Organisationen zu justieren, so dass die Dienste ineinandergreifen und sich ergänzen. Im Blickfeld sind dabei Corona-Betroffene, Angehörige und Einsatzkräfte.
Kommunikation: Bedürfnis und Bedeutung direkter und digital-vermittelter Kommunikation wird aufgrund des vermehrten Rückzugs in die Häuser zunehmen. Wenn sich die Bedrohungssituation und die Notwendigkeit der äusseren Isolation verstetigt, stellt sich bei Menschen mit fehlenden Sozialkontakten und die auch Medien meiden oder von der Berichterstattung überfordert und geängstet sind, die Frage nach niederschweiligen, kontakt-eröffnenden Möglichkeiten (Hotline, Gefährdemeldungen von Nachbarn etc.).

Links und Anhänge:
Berücksichtigt sind Hinweise, die für den Care- und Notfallseelsorge-Bereich relevant sind oder sein können.
» Coronavirus-Statistik weltweit (real time) Johns Hopkins (USA)
» Corona & Spiritual Care
» Corona & Palliative Care
» Corona und Kinder
» Isolation als Bedrohung (Blick, 13.3.20)
»  Corona, Bible & Théories de l'effondrement (Réformés.ch, 20.3.20)
» Was der Rückzug ins Zuhause mit uns macht (Blick, 21.3.20)
» Atemwegspflege!
» Telefonketten Pro Senectute
» Stress- und Angstreaktionen (NZZ, 14.3.20)
» Zunahme häuslicher Gewalt? (BaZ, 20.3.20)
» Die dargebotene Hand (Tel./Mail/Chat – auch betreffend Coronavirus)
» Offenbarung-online (Bittners)
» Einladung Online-Umfrage zu: Psychisches Befinden und Religiosität/Spiritualität von Seelsorgenden in einer Krisenzeit (Uni BE)

Die Seite wird laufend aktualisiert. Hinweise und Anregungen werden gerne entgegen genommen.
Nicht abgesagt!
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Fotograf Beat Weber
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Wir freuen uns auf den ersten Beitrag.
Bereitgestellt: 19.03.2020     Besuche: 7 heute, 377 Monat 
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